Die Krise managen statt Events – Über große und kleine Augenblicke

Die Krise managen statt Events – Über große und kleine Augenblicke

In unserer Serie „Die Krise managen statt Events“ berichtet unsere angehende Art Directorin Kristina über große und kleine Augenblicke in diesem Jahr. Und wie sich durch die Krise persönliche Einstellungen ändern können.

„Die einen sagen von 100 auf 0, für mich persönlich war es eher das Gefühl von 1000 auf 0.

Ich hatte Anfang des Jahres die große Chance, einen meiner privaten Träume zu leben und den Duisburger Stadtprinzen als Pagin zu begleiten. Dank der Unterstützung von Passepartout konnte ich so gut wie jeden Termin wahrnehmen und meine Arbeitszeit recht flexibel gestalten. Trotz allem war es natürlich ein riesiger Freizeitstress, der sich neben dem Arbeitsalltag aufgetan hat. Meine Kollegen mussten in dieser Zeit damit leben, dass ich morgens mit Augenringen ins Büro kam und nachmittags das Büro im Ornat verlassen habe, um zum nächsten Auftritt zu fahren. Bei 180 Auftritten in 6 Wochen, bekam „24/7“ eine ganz neue Bedeutung für mich. 

Und dann kam plötzlich der Knall. Ich muss natürlich niemandem erklären, wie sich das eigentlich angefühlt hat, da glaube ich niemand mehr seinen Alltag noch so erlebt, wie er noch vor einigen Monaten war. Es war die Rede von Kurzarbeit, Lock down, Veranstaltungsverbot, Mindestabstand, Maskenpflicht, … eben all das, womit mit Sicherheit niemand gerechnet hat. Ziemlich schnell kam die Frage auf: Was machen wir als Eventagentur, wenn wir keine Events mehr durchführen können?

Auf einmal wurde das eigene Wohnzimmer zum Büro und Teammeetings gab es nur noch virtuell. Und wenn man vorher auch oft davon gesprochen hat, wie gerne man im Home-Office arbeiten möchte, wird es nach ein paar Wochen doch ganz schön einsam ohne das Team. Irgendwann ist auch der Kleiderschrank fertig ausgemistet, der Keller wieder betretbar und vieles andere erledigt, was immer mal liegen geblieben ist. Aber was macht man dann? Wenn man nicht einmal mehr seine Freunde sehen oder seinem Hobby nachgehen kann, weil Gruppensport unmöglich ist.

Doch dann kamen wieder ein paar Anfragen rein. Wir konnten wieder mit einigen Kollegen zurück ins Büro und jede Kleinigkeit wurde zu etwas ganz Großem. Jeden Montag sehen wir uns in unserem Zoom-Teammeeting, und es kam wieder ein Gefühl von Alltag auf. Ich habe das Glück, dass ich nun seit einigen Wochen wieder im Büro sitzen kann und sich alles wieder etwas normaler anfühlt. Aber was ist eigentlich normal? Ich glaube, dass wir alle aus dieser Zeit etwas mitnehmen können. Jeder für sich. Denn auch wenn die Zeiten gerade schwer sind, beschäftigen wir uns, vielleicht zum ersten Mal, wirklich mit uns selbst. Entdecken neue Talente an uns, erleben kleine Augenblicke viel bewusster und schalten einen Gang zurück. Es muss nicht alles immer höher, schneller, weiter sein! Wir sollten anfangen, die kleinen Dinge im Leben mehr zu schätzen und auch mal langsamer, bewusster, menschlicher zu denken. 

Auch wenn es zurzeit oft schwerfällt, versuche ich die positiven Dinge in allem zu sehen und freue mich auf all die Herausforderungen, die auf mich warten, wenn wir endlich wieder Live-Events so wie vor der Krise umsetzen können.“

Ein Beitrag von Kristina Schriewer