Weihnachtsfeier: Was sagt dieser Abend eigentlich über Ihr Unternehmen?
Warum Weihnachtsfeiern weit mehr sind als ein schöner Jahresabschluss und weshalb Unternehmen gerade jetzt darüber nachdenken sollten, welche Erinnerung sie ihren Mitarbeitern mitgeben möchten.
Eine Weihnachtsfeier beginnt lange bevor der erste Gast den Raum betritt.
Sie beginnt mit Entscheidungen. Mit der Frage, welcher Ort gewählt wird. Ob Menschen einfach nur eingeladen oder wirklich mitgedacht werden. Ob der Abend bis zur letzten Minute durchgetaktet ist oder Raum für Begegnung lässt. Ob das Programm austauschbar wirkt oder etwas mit genau diesem Unternehmen und den Menschen darin zu tun hat.
Und sie endet auch nicht unbedingt mit dem letzten Drink.
Am nächsten Morgen bleiben Geschichten, Eindrücke, vielleicht ein paar verschwommene Fotos und im besten Fall dieses schwer messbare Gefühl: Das war ein richtig guter Abend. Da hat sich jemand Gedanken gemacht.
Genau deshalb lohnt es sich, Weihnachtsfeiern einmal nicht als Pflichttermin im Veranstaltungskalender zu betrachten, sondern als das, was sie ebenfalls sind: ein ziemlich aufschlussreicher Moment der Unternehmenskultur.
Denn eine Weihnachtsfeier erzählt Ihren Mitarbeitern etwas über Ihr Unternehmen.
Die einzige Frage ist, ob Sie selbst bestimmen, was.
Was eine Weihnachtsfeier heute leisten kann
Eine Weihnachtsfeier ist zunächst genau das, was der Name verspricht: eine gemeinsame Feier zum Jahresende. Für Unternehmen ist sie traditionell Gelegenheit, Danke zu sagen, Erfolge zu würdigen und Mitarbeiter außerhalb des Arbeitsalltags zusammenzubringen.
So weit, so bekannt.
Interessanter wird es, wenn man betrachtet, was an diesem Abend nebenbei passiert.
Menschen, die sich sonst hauptsächlich aus Meetings kennen, sitzen miteinander am Tisch. Hierarchien werden für einige Stunden weniger wichtig. Kollegen aus unterschiedlichen Abteilungen kommen ins Gespräch. Neue Mitarbeiter erleben ihr Unternehmen außerhalb von Onboarding, Teams-Call und Arbeitsplatz. Aus Funktionen werden wieder Menschen.
Das klingt fast banal. Für Teams ist es das keineswegs.
Der Mensch hat ein grundlegendes Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit. In der psychologischen Forschung gilt „Belonging“ seit Langem als wichtiger Bestandteil menschlicher Motivation und Wohlbefindens. Zugehörigkeit entsteht dabei nicht allein dadurch, dass Menschen denselben Arbeitgeber auf ihrer Visitenkarte stehen haben. Sie wächst durch Beziehung, gemeinsame Erfahrungen und das Gefühl, Teil von etwas zu sein.
Genau dafür können Unternehmensveranstaltungen Räume schaffen, die im Arbeitsalltag selten geworden sind.
Unternehmenskultur kann man nicht nur aufschreiben. Man muss sie erleben können.
Unternehmen investieren viel Zeit in die Frage, wofür sie stehen. Werte werden formuliert, Arbeitgebermarken entwickelt, Leitbilder geschrieben und Kulturversprechen kommuniziert.
Die entscheidende Frage lautet allerdings: Wie fühlt sich all das für die Menschen an, die dort arbeiten?
Eine Weihnachtsfeier ist dafür ein erstaunlich guter Realitätscheck.
Ein Unternehmen, das Gemeinschaft betont, aber einen Abend inszeniert, an dem kaum Zeit für Gespräche bleibt, erzeugt einen Widerspruch. Ein Arbeitgeber, der Individualität propagiert und jedes Jahr dieselbe Feier nach demselben Schema organisiert, möglicherweise ebenfalls.
Umgekehrt können kleine Entscheidungen sehr viel transportieren.
Vielleicht wurde bei der Location darauf geachtet, dass wirklich jeder gut hinkommt. Beim Catering wurden unterschiedliche Bedürfnisse nicht als lästige Sonderwünsche behandelt. Das Programm enthält eine Anspielung, die nur die eigenen Mitarbeiter verstehen. Der Jahresrückblick besteht nicht aus Zahlenkolonnen, sondern aus Geschichten über Menschen. Oder jemand hat an ein Detail gedacht, mit dem niemand gerechnet hat.
Der finanzielle Wert solcher Gesten muss nicht besonders hoch sein.
Ihr emotionaler Wert kann es durchaus sein.
Zwischen Pflichttermin und echter Wertschätzung
„Als Dankeschön für unsere Mitarbeiter“ gehört vermutlich zu den häufigsten Sätzen in Briefings für Weihnachtsfeiern.
Und das ist erst einmal ein schöner Gedanke.
Nur lässt sich Wertschätzung nicht einfach mitbestellen.
Eine spektakuläre Location kann beeindrucken. Ein exzellentes Dinner kann begeistern. Ein bekannter Künstler kann für einen großartigen Moment sorgen. All das kann Bestandteil einer außergewöhnlichen Weihnachtsfeier sein.
Aber teuer und wertschätzend sind nicht automatisch dasselbe.
Menschen reagieren besonders positiv auf Aufmerksamkeit, die persönlich und passend erscheint. Wir bemerken, wenn sich jemand mit uns beschäftigt hat. Ein überraschendes Detail, das exakt zur Belegschaft passt, kann deshalb emotional stärker wirken als ein Programmpunkt, der zwar viel kostet, aber genauso gut auf jeder anderen Firmenveranstaltung stattfinden könnte.
Das vielleicht schönste Kompliment für eine Weihnachtsfeier lautet deshalb nicht unbedingt: „Das muss unglaublich teuer gewesen sein.“
Sondern:
„Die haben sich wirklich Gedanken gemacht.“
Warum eine Weihnachtsfeier schlechte Unternehmenskultur nicht retten kann.
Allerdings wäre es zu einfach, einer einzigen Veranstaltung magische Kräfte zuzuschreiben.
Wer sich während des gesamten Jahres nicht gesehen oder wertgeschätzt fühlt, wird diese Erfahrung nicht automatisch vergessen, weil im Dezember ein gutes Menü serviert wird.
Eine Weihnachtsfeier kann Unternehmenskultur nicht reparieren.
Sie kann sie aber verdichten.
Und genau deshalb können solche Veranstaltungen so wirkungsvoll sein. Stimmen Anspruch und gelebter Alltag überein, wird die Feier zum glaubwürdigen Ausdruck dessen, was ohnehin vorhanden ist. Wertschätzung bekommt einen Rahmen. Gemeinschaft bekommt Zeit. Erfolge bekommen einen Moment.
Wo zwischen Botschaft und Realität dagegen eine große Lücke liegt, wird auch die schönste Inszenierung irgendwann unglaubwürdig.
Das ist vielleicht eine unbequeme Erkenntnis für die Eventbranche. Aber eine wichtige.
Events können Kultur erlebbar machen.
Erfinden können sie sie nicht.
Eine gute Weihnachtsfeier beginnt nicht mit der Location
„Wir brauchen eine Weihnachtsfeier für 500 Personen.“
Natürlich ist das eine wichtige Information. Für ein gutes Konzept reicht sie ungefähr so weit wie die Aussage, dass ein Restaurant Abendessen servieren soll.
Spannender sind andere Fragen.
Was war das für ein Jahr? Was hat dieses Team gemeinsam erlebt? Ist das Unternehmen stark gewachsen? Sind viele neue Kollegen hinzugekommen? Arbeiten mehrere Standorte zusammen, die sich selten persönlich begegnen? War das Jahr erfolgreich, anstrengend, voller Veränderungen oder vielleicht alles gleichzeitig?
Und vor allem:
Mit welchem Gefühl sollen die Menschen am Ende nach Hause gehen?
Erst dann wird aus Organisation Konzeption.
Soll dieser Abend vor allem Danke sagen? Soll er Menschen zusammenbringen? Soll nach einem intensiven Jahr einfach einmal ausgelassen gefeiert werden? Soll er Stolz erzeugen? Neue und langjährige Mitarbeiter verbinden? Vielleicht braucht es nach Monaten voller Veränderung auch überhaupt kein großes Spektakel, sondern Großzügigkeit, gutes Essen und Zeit miteinander.
Die richtige Weihnachtsfeier sieht deshalb nicht für jedes Unternehmen gleich aus.
Und genau das sollte man ihr ansehen.
Nicht jede Minute braucht einen Programmpunkt
Einer der hartnäckigsten Irrtümer in der Eventplanung lautet: Wenn Menschen eingeladen werden, muss man sie möglichst lückenlos unterhalten.
Also entsteht schnell ein Programm aus Begrüßung, Jahresrückblick, Dinner, Ehrung, Showact, nächster Rede, Teambuilding, Gruppenfoto, DJ und vielleicht noch einer Überraschung dazwischen.
Auf dem Papier beeindruckend.
Für die Gäste unter Umständen erstaunlich anstrengend.
Denn der eigentliche Luxus einer Weihnachtsfeier kann etwas sein, das Unternehmen im Alltag besonders wenig haben: Zeit füreinander.
Gute Dramaturgie bedeutet deshalb nicht, jede freie Minute zu füllen. Sie bedeutet, den Rhythmus eines Abends zu verstehen. Spannung aufzubauen, wenn sie gebraucht wird. Energie zu erzeugen. Menschen zusammenzubringen. Aber ebenso zu erkennen, wann ein Programm zurücktreten sollte.
Manchmal ist der beste Programmpunkt derjenige, den man streicht.
Und auch ein Workshop wird übrigens nicht allein dadurch zur Weihnachtsfeier, dass draußen Dezember ist.
Die kleinen Dinge sind wirklich selten klein
Natürlich gehören zu einer professionell geplanten Weihnachtsfeier die großen Entscheidungen: Location, Catering, Technik, Ausstattung, Entertainment, Personal, Transfers, Sicherheit und gegebenenfalls Übernachtungen.
Was Gäste später als Qualität wahrnehmen, entsteht jedoch häufig dazwischen.
Ist der Weg vom Empfang zur Garderobe logisch? Entstehen am Eingang unnötige Warteschlangen? Ist die Musik während des Essens so laut, dass Gespräche anstrengend werden? Funktioniert der Übergang vom Dinner zur Party? Gibt es Rückzugsmöglichkeiten? Ist die Bar dort, wo sie Atmosphäre erzeugt, oder dort, wo zufällig Platz war?
Gute Eventplanung beschäftigt sich mit genau diesen Zusammenhängen.
Denn Gäste erleben keine einzelnen Gewerke. Niemand denkt: hervorragende Schnittstelle zwischen Veranstaltungstechnik und Catering.
Menschen erleben einen Abend.
Im besten Fall fühlt er sich selbstverständlich an, obwohl hinter dieser Selbstverständlichkeit ziemlich viele Gedanken stecken.
Warum Unternehmen ihre Weihnachtsfeier jetzt planen sollten
Anfang Oktober fühlt sich Weihnachten noch angenehm weit entfernt an. In der Veranstaltungsplanung ist diese Entfernung deutlich kleiner.
Beliebte Eventlocations, Künstler, Technikpartner und andere Dienstleister verfügen in der Vorweihnachtszeit nur über eine begrenzte Zahl attraktiver Termine. Wer früh plant, hat deshalb zunächst einmal etwas sehr Praktisches: Auswahl.
Der wichtigere Vorteil ist jedoch ein anderer.
Zeit ermöglicht Konzeption.
Wer erst dann mit der Planung beginnt, wenn kaum noch Optionen verfügbar sind, muss aus dem auswählen, was übrig geblieben ist. Wer früh beginnt, kann überlegen, was tatsächlich passt.
Das ist ein entscheidender Unterschied.
Denn eine Weihnachtsfeier, die etwas über ein Unternehmen erzählen soll, entsteht nicht dadurch, dass möglichst schnell Location, Buffet und DJ abgehakt werden. Sie entsteht aus einer Idee und aus vielen Entscheidungen, die auf diese Idee einzahlen.
Der beste Zeitpunkt, darüber nachzudenken, ist deshalb nicht dann, wenn die ersten Weihnachtsmärkte öffnen.
Sondern deutlich vorher.
Was bleibt wenn der Abend vorbei ist?
Vielleicht ist das die wichtigste Frage bei der Planung einer Weihnachtsfeier.
Nicht: Was bieten wir unseren Mitarbeitern?
Sondern: Was nehmen sie mit?
Denn einige Tage später ist die Bühne abgebaut. Die Dekoration verschwunden. Die Rechnungen sind bezahlt und der Ablaufplan landet im Projektordner.
Was bleibt, sind Erinnerungen.
Die Geschichte, die am Montag noch einmal erzählt wird. Das Foto, das durch die Abteilung geschickt wird. Der Moment, über den Monate später noch gelacht wird. Vielleicht auch ein Gespräch zwischen zwei Kollegen, das im Büro nie entstanden wäre.
Gemeinsame Erinnerungen sind ein Teil dessen, was Gruppen miteinander verbindet. Mit der Zeit entwickeln Teams ihre eigenen Geschichten, Rituale und Insider. Manchmal genügt Jahre später ein einziger Satz und alle, die damals dabei waren, wissen sofort, was gemeint ist.
Solche Momente kann man nicht bestellen.
Aber man kann Veranstaltungen so planen, dass sie Raum dafür lassen.
Vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen einer Weihnachtsfeier, die stattgefunden hat, und einer, die etwas hinterlässt.
Denn jedes Unternehmen veranstaltet an diesem Abend mehr als ein Dinner, eine Party oder einen Jahresabschluss.
Es erzählt etwas über sich selbst.
Die Frage ist nur, welche Geschichte Ihre Mitarbeiter am nächsten Morgen weitererzählen.
Eure Agentur Passepartout.
Events mit Herz und Verstand.